Demo 2020

Feier – Streiken – Weiter kämpfen

+++ Protest und Solidarität von 20.000 Teilnehmenden auf der Demonstration des Frauen*kampftags Bündnis Berlin +++

Die Organistor*innen

Seit 2014 organisiert das pluralistische Bündnis Frauen*kampftag Berlin immer größer werdende Demonstrationen anlässlich des internationalen Frauen*tags.

Das Bündnis besteht unter anderen aus Einzelaktivistinnen, autonomen Gruppen, Gewerkschaften und Parteien und vereint viel feministische Themen und Forderungen.

Die Pluralität ist zugleich Stärke und Herausforderung für das Bündnis, doch am 8.März sollen alle gemeinsam auf die Straße kommen. Dieses Jahr sind wir wieder überwältigend viele “, erklärt Katrin Wagner, die Anmelderin der Demonstration.

Demonstration

In diesem Jahr wurde zum zweiten Mal unter dem Motto „Feiern – Streiken – Weiter kämpfen“ zu der Großdemonstration aufgerufen und ca. 20.000 Feminist*innen unterschiedlicher Strömungen haben sich der Demonstration angeschlossen.

Diese begann um 14 Uhr auf dem Leopoldplatz und führte zum Alexanderplatz, auf dem eine Bühne für das Abschlussprogramm stand.

Abschlusskundgebung mit anti-rassistischen Fokus

Wir sind entsetzt über die faschistischen Morde in Hanau und die Ermordung von Geflüchteten an den EU Außengrenzen- Das werden wir auf unserer Abschlusskundgebung deutlich machen und die Verantwortlichen auffordern Menschen statt Grenzen zu schützen!“, sagt Bettina Gutperl, einer der Organisatorinnen. Unter anderen gestalteten „Welcome United“ und „NSU Tribunal“ das Abschlussprogramm. Andere feministischen Themen hatten bereits während des Demonstrationszuges ihren Platz bekommen.

Informationen zum Demokonsens, so wie den aktuellen Aufruf finden Sie unter http://www.frauenkampftag.eu Demonstration ist für alle Geschlechter offen, der erste Abschnitt ist jedoch traditionell Frauen, Lesben und Trans*frauen vorbehalten.

Presseanfragen über frauenkampftagberlin@posteo.de

oder https://www.facebook.com/Frauenkampftag8Maerz/

Die Demonstration am 8.3.2020 beginnt um 14 Uhr am Leopoldplatz im Wedding (ohne langen Auftakt) und endet am Alexanderplatz mit einer Abschlusskundgebung.

Feminismus heißt Widerstand!

Weltweit erstarken die neuen und alten Rechten. Mit der AFD, habe sie auch Deutschland einen parlamentarischen Arm gefunden. Dass sich ein sogenannter bürgerlicher Kandidat mit den Stimmen der AfD zum Thüringer Ministerpräsidenten wählen ließ, zeigt wie die faschistische Gefahr auch in Deutschland steigt.
Antifeminismus, Kampf gegen Gleichstellung, Antisemitismus und Rassismus sind gemeinsamer Nenner der Rechten und fester Bestandteil von konservativer bis hin zu rechtsradikaler Ideologie. All das dient dazu, traditionelle Vorstellungen von Familie, Geschlechterbildern und Lebensentwürfen zu verfestigen. Alltagsrassismus und rassistische Polizeipraktiken gehen Hand in Hand mit der rassistische Migrationspolitik der Bundesregierung und dem hochgerüsteten und mörderischen Grenz- und Abschiebungsregime der Europäischen Union.
Das lassen wir nicht zu! Wir Feminist*innen treten diesem Rechtsruck und Nationalismus in all unseren Lebensbereichen kämpferisch entgegen: Wir treten ein gegen die Militarisierung der EU-Außengrenzen und Krieg und kämpfen gegen alle Gesetze, die Migrant*innen und Geflüchtete entrechten.

Feminismus heißt Solidarität!

In den letzten Jahren hat sich weltweit eine neue feministische Bewegung entwickelt, die sich mit dem Streik als politische Praxis den gewaltvollen Strukturen des Systems verweigert. In Argentinien, Indien, Nigeria, Spanien und auch in Deutschland streiken FLINT* (Frauen, Lesben, Intersex, Non-binäre und Transpersonen) für eine Umverteilung der (Sorge-)Arbeit, für ein Ende der strukturellen Gewalt und Femizide. Für globale Gerechtigkeit! Wir verstehen uns als Teil dieser Bewegung, denn Feminismus heißt grenzenlose Solidarität!

Feminismus heißt ein gutes Leben für alle!

Wir kämpfen für eine Gesellschaft frei von Diskriminierung und Gewalt, in der politisch engagierte Menschen sich nicht fürchten müssen. Wir wollen in einer Welt ohne Ausbeutung von Menschen und Natur leben und kämpfen gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen und die weltweite Ausbeutung von Ressourcen.
Das bedeutet, wir müssen die kapitalistischen und patriarchalen Verhältnisse abschaffen, damit wir selbstbestimmt und frei leben, lieben und arbeiten können.

Feminismus heißt gleiche Rechte für alle!

Im Kapitalismus sind Arbeit und Reichtum ungleich verteilt. Erwerbslosigkeit, Arbeitsausbeutung, Zwangsarbeit, Minilöhne und Altersarmut sind nur einige Symptome dieses Gesellschaftssystems, in dem besonders Frauen* benachteiligt sind. Sie leisten den Großteil der schlecht oder gar nicht bezahlten Erziehungs-, Pflege- und Sorgearbeit zu Hause und in der Gesellschaft. Wir kämpfen für gleiche und höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen!
Die strukturellen, ungleichen Geschlechterverhältnisse werden im Privaten, in der Arbeitswelt und der Wirtschaft sichtbar und schlagen sich im Alltag durch sexistische Machtverhältnisse und sexualisierte Gewalt nieder. Immer noch gilt das Familienmodell der heteronormativen Kleinfamilie (Mutter-Vater-Kind) als ausschließliches gesellschaftliches Ideal, das andere Beziehungsformen und Familienmodelle unterdrückt. Menschen, die Kategorien wie Mann und Frau herausfordern, sowie Trans*- und Inter-Menschen, werden als „unnormal“ diskriminiert und gewalttätig angegriffen.
Wir wehren uns gegen jede Gewalt, die insbesondere FLINT*, LGBTQI* (Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*-, Inter- und queere Menschen) und People of Color betrifft.
Wir wehren uns gegen Ausbeutung und Unterdrückung. Wir kämpfen gegen die Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs und gegen Gesetze, die Sexarbeiter*innen diskriminieren.

Dafür gehen wir gemeinsam auf die Straße und erinnern uns gegenseitig daran, wie viel Kraft wir haben und wie viel wir erreichen können, wenn wir gemeinsam aktiv werden. Gemeinsam kämpfen wir gegen jede Diskriminierung, gegen eine rein profitorientierte Gesellschaft, gegen patriarchale Strukturen und für uneingeschränkte Gleichberechtigung.